VIGILATE ! STATE IN FIDE ! (1 Cor 16, 13)

Wachet! Steht fest im Glauben!

Berühmte Persönlichkeiten im Zusammenhang mit Gott und der Musik


wikipedia

Albert Einstein

Der 1879 in Ulm geborene und 1955 in Princeton (USA) gestorbene Physiker und Nobelpreisträger Albert Einstein (bekannt durch die Relativitätstheorie), der auch musikalisch talentiert war und Violine spielte, antwortete auf eine Umfrage zum Komponisten J.S. Bach der "Illustrierten Wochenschrift" aus dem Jahr 1928: 
"Was ich zu Bachs Lebenswerk zu sagen habe: Hören, spielen, lieben, verehren und - das Maul halten!"

Im Zusammenhang mit Einstein soll noch ein anderer musikalischer Physiker erwähnt werden, Max Planck. Auch er erlebte wie J.S. Bach in seinem Leben einige schwere Schicksalsschläge und es ist kaum zu begreifen, dass auch er trotz allem den Glauben an Gott nicht verlor.

 


wikipedia

Max Planck

 

Max Plancks "Quantentheorie" -die wohl wichtigste physikalische Erkenntnis des 20. Jahrhunderts- brachte das Verständnis für den Aufbau und die Eigenschaften des Atoms und der Moleküle. 1918 wurde Max Planck (1858 - 1947) mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Einige Zeit später Albert Einstein und Niels Bohr für die Anwendung dieser Theorie. Als Einstein auf Plancks Berufung nach Berlin sein Amt antrat, wurde er gleichzeitig Plancks begeisterter Partner beim Freizeit-Musizieren. Einstein spielte Geige, Planck Klavier und der junge Otto Hahn glänzte als Tenor. Auf das private Glück Max Plancks fielen tiefe Schatten: Zwei Töchter starben jung, beide kurz nach der Geburt des ersten Kindes. Sohn Karl fiel im 1. Weltkrieg. Sohn Ernst starb durch den Strang, verurteilt als Komplize der Männer vom 20. Juli 1944. Eine tiefe Religiosität half dem Mann, der mit A. Einstein >das Wissen teilte, dass das Unerforschliche existiert<, die Schicksalsschläge zu ertragen. Er war Christ und moderner Physiker zugleich. Im Dritten Reich wurde er zum unerschrockenen Kritiker des Systems und seiner Führer und aller öffentlichen Ämter enthoben.

wikipedia

W.A. Mozart

Eine ähnliche Situation wie Max Planck hatte übrigens etwa hundert Jahre vor ihm Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791) durchlebt. In den Jahren vor seinem eigenen Tod im Jahr 1791 ("Die Zauberflöte", "Ave verum corpus" und das unvollendete Requiem entstanden im Todesjahr)  wurde auch er vom Leid getroffen. In jener Zeit war die Kindersterblichkeit noch hoch. So kam es, dass von den 6 Kindern vier im Kindesalter starben. Nur der 1784 geborene Sohn Karl Thomas und der 1791 geborene Franz Xaver Wolfgang überlebten ihn.

wikipedia

Werner Heisenberg

Der Physiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg (1901 - 1976), der im Jahr 1957 die Göttinger "Erklärung der 18 Atomwissenschaftler" unterzeichnete, die auf die Gefahren der Atomwaffen hinweist, äußerte sich zum Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion folgendermaßen: 
"Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaften macht atheistisch; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott."

wikipedia

Friedrich Nietzsche

Eine von dem  Philosophen Friedrich Nietzsche (1844 -1900) im Jahr 1870 gemachte Aussage soll Einsteins Bemerkung über Bach ergänzen. Nietzsches Äußerung ist vor allem deshalb erstaunlich, weil sich seine Angriffe in erster Linie gegen das Christentum richteten,
das nach seiner Ansicht eine Sklavenmoral erzeugt
"In dieser Woche habe ich dreimal die Matthäuspassion gehört, jedesmal mit demselben Gefühl der unermesslichen Verwunderung.
Wer das Christentum völlig verlernt hat, der hört es hier wirklich wie ein Evangelium."
P.S.:  Wer die Matthäus- oder Johannespassion von Bach einmal gehört hat, versteht, warum man ihn auch den "fünften Evangelisten" nennt.

Der Chronik von Bachs zweiter Frau, Anna Magdalena Bach, können wir entnehmen, wie ergriffen ihr Mann Johann Sebastian beim Schreiben der Matthäuspassion war.

 

Aus der Chronik 
der Anna Magdalena Bach


© H.-J. Topp

Johann Sebastian Bach war in Eisenach geboren und mir ist es immer von Bedeutung gewesen, dass er im März das Licht der Welt erblickte, in der Fastenzeit also, denn für die Fastenzeit und die Karwoche schrieb er seine größten Werke, die Matthäus- und Johannespassion, die Werke, die seine tiefe Seele am stärksten aufgewühlt haben. 
Ich trat einmal unerwartet ins Zimmer, als er gerade das Alt-Solo in der Matthäuspassion "Ach Golgatha" schrieb. Wie erregte es mich, als ich sein sonst so ruhiges und frisch rotes Gesicht ganz aschenfarbig und von Tränen überströmt sah! Er bemerkte mich nicht, ich stahl mich leise wieder hinaus, setzte mich draußen auf die Treppe vor seiner Türe hin und weinte auch! Wie wenig wissen die, die diese Musik hören, davon, was sie kostet! Es trieb mich, zu ihm hinzugehen und meine Arme um seinen Hals zu legen, doch ich wagte es nicht. Irgendetwas war in seinem Blick gewesen, das hatte mich mit schaudernder Ehrfurcht erfüllt. Er hat es nie erfahren, dass ich ihn einmal im Schmerz des Schaffens gesehen habe und ich freue mich noch heute darüber, denn es war ein Augenblick, in dem nur Gott ihn sehen sollte.

In dieser heiligen Musik, die er zu den Worten des Evangeliums gemacht hat, gibt er den Gefühlen der ganzen Christenheit, wenn sie zum Kreuze aufblickt, den erhabensten Ausdruck und Sebastian fühlte in seiner Seele die ganze Angst, den ganzen Schauder der erlösungsbedürftigen Kreatur, die ganze Erhabenheit des Geheimnisses der Menschwerdung, als er sich zum Niederschreiben dieser Arie niedersetzte.

Ich hörte die Matthäuspassion zum ersten Male vollständig an einem Karfreitag, acht Jahre nach unserer Verheiratung in der Thomaskirche, und ich konnte das glorreiche und erschütternde Werk kaum ertragen. Doch die wenigsten Menschen achteten seiner und da es sehr schwer und nur mit vielen Proben aufzuführen war, so dauerte es elf Jahre, ehe ich es wieder hörte. Nun schläft die gewaltige, herzerschütternde Musik in Stillschweigen - vielleicht werde ich sie im Himmel einmal wiederhören.*

Quelle: Musik in der Schule, Bd.5, Möseler Verlag, S. 18

*Erstaufführung unter J.S. Bach am 15. April (Karfreitag) 1729 in der Leipziger Thomaskirche
Wiederaufführung der Matthäuspassion, verbunden mit einer Bach-Renaissance, am 11. März des Jahres 1829 in der Berliner Singakademie durch Felix Mendelssohn-Bartholdi, also 100 Jahre später

 

Um zu sehen, musst du die Augen offen halten. 
Um zu erkennen, musst du sie schließen.

For seeing you must open the eyes.
For recognizing you must shut them.

 

anonymer antiker Philosoph
anonymous antique philosopher

 


Zurück zu den Texten

Copyright © Wolfgang Jakupka