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Blick auf den historischen Kern Schönborns
 

Der
 

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Der Lahn -Taunus im Hintergrund. Jenseits des rechten Lahnufers der Westerwald. Der Lahn - Taunus im Hintergrund. Jenseits des rechten Lahnufers der Westerwald. Der Kirchberg Der Kirchberg Das 1898 quer zum ursprünglichen umgebaute Kirchenschiff Ehemaliger Boos'scher Hof. Hier stand einst das Haus der Herren von Schönborn. Historischer Grenzstein mit dem Wappen der Boos von Waldeck Alte Schule von Schönborn. 1739 erbaut, später erweitert und bis 1931 benutzt. Erweiterungsbau der alten Schule aus dem Jahr 1829 Der Kirchberg Das Unterdorf Glockenturm aus dem Jahr 1688.  Inschrift: "NOMEN DOMINI TURRIS FORTISSIMA"

 

Foto - Impressionen rund um die Kirche

 

 

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Zur Geschichte der Kirche (aus der Dorfchronik "Schönborn"/Rudolf Herold)

Ursprünglich war fast ganz Nassau der Erzdiözese Mainz unterstellt. Im 11. und 12. Jahrhundert ging das Gebiet an der Lahn und auf dem mittleren Taunus an die Oberhoheit der Erzdiözese Trier, Archidiakonat St. Lubentius, Dietkirchen über. Ihm war unter anderem das Landkapitel Kirberg unterstellt, zu dem in unserem Raum Dörsdorf, Klingelbach und Schönborn gehörten.
Über die Anfänge kirchlichen Lebens in Schönborn weiß man nur wenig. So ist auch nicht überliefert, wann die erste Kapelle in Schönborn erbaut wurde. Sie soll ein frühromanischer Bau gewesen sein, der viel älter war als die erste Erwähnung im Jahr 1432 annehmen lässt. Man nimmt an, dass die nassauischen Ministerialen von Schönborn, die nach 1250 im Dienst der Grafen von Katzenelnbogen standen, diese erste Kapelle haben errichten lassen.

Aus der ältesten Urkunde vom 16.3.1432 ist zu schließen, dass die von Schönborn das Präsentationsrecht (Vorschlagsrecht) besaßen. Danach schlugen Ritter Gilbert von Schönborn und die Knappen Gilbert und Wilhelm dem Archidiakonus in Dietkirchen Werner von Stein für die durch Verzichtleistung erledigte Pfarrei Schönborn durch Christian Rytpatt den Kleriker Johann, Sohn des Hello von Klingelbach, vor.

Um 1530 wurde Schönborn evangelisch. Die alte Kirche erbaute man vermutlich im Jahr 1634. Das nimmt man deshalb an, weil an der Kirchentür die Jahreszahl 1634 in Holz eingehauen war. Im Jahre 1688 baute man einen neuen Kirchturm, der heute noch steht.

Am 3. Oktober 1897, dem Erntedanktag, fand der letzte Gottesdienst in dieser alten Kirche statt, die man zur Erneuerung des Kirchenschiffs teilweise abriss. Am 5.Oktober 1897 begann das Ausräumen und am 7.10. der Abbruch. Der alte Turm und der ehemalige Altarraum wurden in das Projekt einbezogen, weil sie noch in gutem Zustand waren. Das neue Kirchenschiff wurde quer zum alten Kirchenschiff gebaut. Der ehemalige Altarraum, der als seitliche Nische seit 1920 die Gedenktafeln für die im Krieg gefallenen Soldaten und Vermissten enthält, steht dem Turm gegenüber. Innerhalb eines Jahres war der Umbau vollzogen. Die Einweihung der neuen Kirche erfolgte am 13.November 1898 mit einem Festgottesdienst.

Am 10. Februar 1924 wurden zwei neue Glocken ihrer Bestimmung übergeben.

Bei der Renovierung im Jahre 1963 wurde etwas zu gründlich renoviert, indem man die Wandgemälde, die sich an der hinter dem Altar befindlichen Wand und in der seitlichen Nische mit den Gedenktafeln befanden, überstrich. Die letzte Renovierung fand im Jahr 2000 statt. Der vorher alles dominierende Grauton verschwand. Gelbe bis braune Farbtöne und Holz bestimmen jetzt das Bild. Der Festgottesdienst zur Einweihung der abermals renovierten Kirche fand am 2. April 2000 statt.* Die Predigt hatte das Gleichnis vom Senfkorn (Markus 4,30-32) zum Inhalt.

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Ev. - Luth. Kapelle

Erwähnenswert ist noch die Tatsache,dass sich in unmittelbarer Nähe der beschriebenen Kirche eine zweite, kleinere Kirche befindet. Sie dient der lutherischen Gemeinde als Gotteshaus.- Entstehungsgeschichtlich geht sie auf das Jahr 1860 zurück. Die Kapelle selbst wurde in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts errichtet.
Wie kommt es nun aber, dass in einem kleinen Dorf wie Schönborn zwei evangelische Kirchen stehen?
Die nassauische Union wurde 1817 aus Lutheranern und Reformierten gebildet. Als aber der Unionskatechismus erschien, in dem die Person Christi vielen nicht deutlich genug als Gottes Sohn behandelt wurde, begann bei den noch streng lutherisch Gesinnten eine geheime Opposition, die nach einer Reihe von Jahren 1846 auf einem Konvent von Steeden (liegt bei Limburg) unter der Leitung des Kaplans F. Brunn von Runkel dahin führte, dass die Missgestimmten ihren Austritt aus der nassauischen Unionskirche erklärten und die altlutherische Gemeinde bildeten. Pfarrer Bode, der von 1851 bis 1860 Pfarrer in Schönborn war und aus dem Königreich Hannover kam, war von Haus aus Lutheraner und stand der nassauischen Union kühl, wenn nicht ablehnend gegenüber. Sein Wunsch, dass die Gemeinde Schönborn sich dem Konvent zu Steeden anschließen würde, ging nach seiner Versetzung nicht in Erfüllung. Es traten nur wenige Familien diesem Konvent bei. Sie errichteten dann in den 80-er Jahren des 19. Jahrhunderts ein eigenes Bethaus und wurden zunächst von Steeden, später von Wiesbaden aus als Diaspora-Gemeinde betreut. Der Wiesbadener Pfarrer wurde in Zollhaus abgeholt und übernachtete sogar im Altarraum der Kapelle. Seit etlichen Jahren werden die Schönborner Lutheraner von der Selbständigen Ev.-Luth. St. Johannes-Gemeinde Limburg1)aus betreut. [Das Bundesland Hessen verkaufte die St. Johannes-Kapelle, die zwischen 1322 und 1324 als Kapelle eines ehemaligen Zisterzienserklosters erbaut wurde und sich in unmittelbarer Nähe der alten Limburger Lahnbrücke befindet, im Jahr 2002 an die SELK Limburg, nachdem sie zuvor nur angemietet war. Von 1830 bis 1866 war sie die Kirche der landeskirchlichen evangelischen Gemeinde, von 1866 bis 1903 diente sie der jüdischen Gemeinde als Synagoge.] Gottesdienste finden inzwischen in der kleinen Schönborner Kirche nicht mehr statt. Hausgottesdienste werden jedoch nach vorheriger Absprache gehalten. In Bad Ems findet nur einmal im Monat ein Hausgottesdienst statt. In der Bechtheimer Kapelle, die auch von der kath. Kirche genutzt wird, ist zweimal im Monat Gottesdienst.

1)Selbständige Evangelisch - Lutherische Kirche (SELK)
Evangelisch-Lutherische St. Johannes-Gemeinde Limburg/Lahn

(Limburg, Bad Ems, Bechtheim, Schönborn)

 

Ev.- lutherische Kirche Schönborn

 

 

Innenraum

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Kanzel


 

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 Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Thomas, Leipzig

 

Klosterruine Bärbach  (bei Schönborn)

Hier hat vor langer Zeit ein Einsiedler namens Gottschalk in einer Klause gelebt, der als Stifter des Klosters gilt. In einer Stiftungsurkunde des Grafen Gerlach von Nassau aus dem Jahr 1334 taucht der Name "Berbach" erstmals auf.* Die Kirche von Bärbach wird 1348 zum ersten Mal genannt. Das Klarissinnenkloster hieß "Monasterium Sancti Salvatoris in Berpach" (Kloster des Heiligen Erlösers in Berbach). Durch Schenkungen und Ankauf von Land und Weinbergen im Aartal, im Limburger Becken und an der Lahn wurde das Kloster wohlhabend. Beim Aussterben des Grafengeschlechts der Katzenelnbogener im Jahr 1479 fiel das Kloster an Hessen. Bereits 1526 ließ Philipp von Hessen hier erstmals evangelisch predigen.
Das Kloster wurde im Jahr1584 zerstört. Nur noch einige Mauerreste erinnern heute an das einstige Kloster. Die alte Klosterglocke hängt heute in der evangelischen Kirche von Wasenbach. Im Jahr1803 kam Bärbach mit der Niedergrafschaft Katzenelnbogen in nassauischen Besitz.

*In der Stiftungsurkunde heißt es:  "Ich, Graf Gerlach von Nassau, will zu aller Kenntnis gelangen lassen, dass ich zum Heil meiner und meiner Eltern Seelen beschlossen habe, dass in der Fuchsenhöhle [liegt zwischen Schönborn und Birlenbach] im Bezirk meiner Gerichtsbarkeit eine Kirche (Kapelle) erbaut wird, dass alle Äcker und Wiesen am Ufer des Berbachs im oberen Teil bis zur Limburger Straße und im unteren Teil bis zu seiner Grenze dazu gehören und dass die, die dort Gott dienen, ihren genügenden Lebensunterhalt haben und dass ich im ewigen Leben mit meinen Eltern einen immerwährenden Lohn empfangen werde. Zur Bezeugung dieses Testaments drücke ich mein und meiner Eltern Siegel bei. Im Jahre des Herrn 1334."
 

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*Anekdote
 an Don Camillo und Peppone erinnernd

Der Festgottesdienst zur Einweihungsfeier der renovierten Kirche im April 2000 war gerade zu Ende und die Gottesdienst-Besucher strömten samt der anwesenden Geistlichkeit eilends zum nahe gelegenen Gasthaus um dort an einem kleinen Empfang teilzunehmen, der auch das leibliche Wohl nicht außer Acht ließ. Das Gotteshaus wurde abgeschlossen und in dem Gasthaus wurden bereits die ersten Grußworte gesprochen  bzw. Reden gehalten, aber noch niemand hatte bemerkt, dass einer, der auch eine Rede halten wollte, fehlte.
Wie erstaunt waren die Gäste, als sich plötzlich einer der Anwesenden wunderte, dass von der abgeschlossenen, vermeintlich bis auf das Mobiliar leeren Kirche noch einmal volles Geläut ertönte. Das konnte doch nicht mit rechten Dingen zugehen. In der Tat! Als man nämlich zur Kirche ging um einmal nachzusehen, was los sei, stellte sich beim Aufschließen der Kirchentür heraus, dass Verbandsgemeinde-Bürgermeister H.Gemmer und Organist W. Jakupka unbemerkt in der Kirche eingeschlossen worden waren. Der Bürgermeister war noch einmal zur Orgel hochgegangen um sich diese anzusehen. Und schon war es passiert! Da der Bürgermeister sein Handy im Auto zurückgelassen hatte und der Organist keinen Schlüssel bei sich trug, kamen die beiden nach mehrminütigem Beratungsgespräch auf die Idee noch einmal das Läutewerk einzuschalten. Mit Erfolg! Nach etwa einer guten Viertelstunde waren die beiden aus dem "Gefängnis" befreit.

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Standort des Grenzsteins Aufgang zur Kirche Standort des Grenzsteins Boos'sches Haus Standort des Grenzsteins Aufgang zur Kirche Boos'sches Haus

Der ehemalige von Boos'sche Hof
vor dem Aufgang zur Kirche

Vor diesem Gebäude ist noch ein alter Grenzstein mit dem Wappen der Boos von Waldeck zu sehen.
Wenn Sie mit der Maus am unteren Bildrand entlangfahren, finden Sie die Stelle.

 

Die drei Gürtelschnallen

Vergleichen Sie hierzu das Ortswappen von Wasenbach!
 

Der auf dem Grundstück des heutigen Hauseigentümers gefundene Grenzstein aus der Abgrenzung des Gehöfts (> Zehnthof) soll etwa aus dem Jahr 1800 stammen. Auf seiner Vorderseite sieht man ein wie ein Schild gearbeitetes mit einer Krone geschmücktes Wappen, auf dem drei von links oben nach rechts unten verlaufende Gürtelschnallen zu erkennen sind. Es handelt sich hierbei um das Wappen der Boos von Waldeck. Die Boos von Waldeck stammten aus dem Hunsrück von der Burg Waldeck im Baybachtal.*
Auf der Burgruine Waldeck entstand 1921 der "Nerother Wandervogel". Die Boos von Waldeck hatten weiteren Besitz in Koblenz, in Altorf bei Landau, Burg Montfort bei Rockenhausen im Alsenztal sowie in Osterspai am Rhein.

* Die Burg Waldeck liegt etwa nordöstlich von Kastellaun in der Nähe von Beltheim im Hunsrück. Wenn Sie Beltheim auf der Karte gefunden haben und dort mit der Maus feinfühlig suchen, finden Sie die genaue Position der Burg Waldeck.

Burg Waldeck bei Dorweiler Flughafen  Frankfurt - Hahn Simmern, Kreisstadt des Rhein-Hunsrück-Kreises  (Sehenswürdigkeit: der Schinderhannes  - Turm)

Quelle: DIERCKE Grundschulatlas Rhld.-Pfalz
(mit freundlicher Genehmigung des Westermann-Schulbuchverlags)

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