Katzenelnbogen und Sankt Bartholomäus

 

 


 

Stich von E. Kieser um 1625
 

Stich von M. Merian 1646

St. Bartholomäus

Hochaltar der kath. Kirche 
Katzenelnbogen, der 1961 aus Alflen bei Cochem an der Mosel erworben wurde (Ausschnitt)

Kath. Kirche St. Petrus

 

 

KATZENELNBOGEN
 

Der Schlossturm
 

Das Haus der Edlen von der Leyen
(1584 erbaut und heute "Schloss" genannt)
 
 

 

 

Diese Website befasst sich vornehmlich mit Schönborn -seiner Geschichte und der Kirche. Da die Schönborner Grafen vor ihrem Aufstieg in Diensten der Grafen von Katzenelnbogen standen und das Dorf Schönborn zur Verbandsgemeinde Katzenelnbogen gehört, sei es erlaubt, einmal auf die alljährlich im August stattfindende Kirmes* der Stadt Katzenelnbogen einzugehen, die der Einricher** Bevölkerung unter dem Namen "Bartholomäusmarkt" geläufiger ist. Bei diesem regionalen Fest wird sonntags ein Festzug durch die Straßen der Stadt veranstaltet, am Montag gibt es einen Heimatabend und am darauffolgenden Dienstag schließlich werden auf dem Marktplatz an zahlreichen Ständen Waren angeboten.
Würde man Festteilnehmer fragen, warum dieser Markt ausgerechnet Bartholomäusmarkt heißt, blieben sicher manche die Antwort schuldig. Deshalb hier der Versuch einer Erklärung:

Die Marktrechte selbst gehen in Katzenelnbogen auf das Jahr 1312 zurück, dem Jahr der Verleihung der Stadt- und Marktrechte durch Kaiser Heinrich VII. an Graf Diether VI. von Katzenelnbogen. Wie schon erwähnt, findet dieser Markt immer im August, und zwar um den 20. August herum statt. (Auch Bad Ems, die Kreisstadt des Rhein-Lahn-Kreises, feiert einen Bartholomäusmarkt.) Der Name geht natürlich auf den Heiligen Bartholomäus zurück und am 24. August gedenkt die Katholische Kirche dieses Heiligen. Er war von jeher Schutzpatron der Schlosskapelle der Katzenelnbogener Grafen und außerdem war nach 1540 sein Bild auf dem Gerichtssiegel zu sehen. Für die Wahl des Zeitpunkts der Kirmes war bei der damals hauptsächlich landwirtschaftlich ausgerichteten Bevölkerung mit Sicherheit auch von Bedeutung, dass Ende August die Getreide-Ernte abgeschlossen war und Zeit zum Feiern eines Volksfests zur Verfügung stand. Zu Bartholomä konnte der Marktkuchen aus neuem Mehl gebacken werden.

Sankt Bartholomäus,
einer der zwölf Jünger Jesu und Schutzheiliger der Fischer, wurde Anfang des ersten Jahrhunderts n.Chr. in Kana in Galiläa geboren. Sein hebräischer Name lautete «bar tolmai», "Sohn des Furchenziehers". Der volle Name war vermutlich "Nathanael Bar Tolmai". [Vgl. hierzu Joh.1, 45 ff !]

Nach dem Tod und der Auferstehung Jesu war er als Wanderprediger in Armenien, Indien und Mesopotamien tätig. Er hat Kranke geheilt und viele zum christlichen Glauben bekehrt. Der Apostel zählt zu den Märtyrern. Nach seiner Gefangennahme und vor seiner Hinrichtung am Kreuz oder durch Enthauptung ist er auf grausame Weise gefoltert worden. Bei lebendigem Leib soll man ihm die Haut abgezogen haben. Seine Gebeine ruhen in der Kirche San Bartolomeo in Rom. Die Hirnschale befindet sich als Reliquie im Dom zu Frankfurt/Main, der auch den Namen St. Bartholomäus trägt. Über dem Chorgestühl des Doms sind Wandmalereien von Stephan Lochner (1405 - 1451) zum Leben des Heiligen zu sehen. In der Sixtinischen Kapelle von Rom hält ein Teil von Michelangelos Gemälde "Das Jüngste Gericht" die Erinnerung an den Apostel wach. Seit Jahrhunderten wird Bartholomäus mit abgezogener Haut auf dem Arm und Messer dargestellt. Vergleiche hierzu auch die unten eingefügte Nahaufnahme der in der kath. Kirche von Katzenelnbogen stehenden Figur des Heiligen Bartholomäus! Patron der Kirche ist übrigens St. Petrus und nicht Bartholomäus, obwohl das Gotteshaus am 17. August 1875 geweiht wurde ( Kirchweihfest).

 

 

* Unter "Kirmes" versteht heute jeder einen Jahrmarkt bzw. ein Volksfest. Das Wort geht aber zurück auf das mittelhochdeutsche Wort "kirmesse", das aus "kirchmesse" enstanden ist und zunächst die zur Einweihung der Kirche gelesene Messe meint und später das Erinnerungsfest daran, das "Kirchweihfest".
** "Einrich" nennt man das Gebiet um Katzenelnbogen; etymologisch gesehen bedeutet der Ausdruck "ein Reich", also ein bestimmtes Gebiet.

 


Zurück zur Startseite

Copyright © Wolfgang Jakupka