Nineteen Eighty-Four (1984)
von George Orwell alias Eric Arthur Blair
George Orwell
(1903 - 1950)
* Motihari (Indien)
+ London
schrieb sozialkritische
Romane gegen die Diktatur und den totalitären Staat
Mit seinem 1948 begonnenen und
1949 erschienenen pessimistischen Buch "1984" warnt Orwell eindringlich
vor der allgegenwärtigen Überwachung und einer unreflektierten
Befürwortung moderner Informationstechnologien.
Wie Huxleys Roman ist auch der
von Orwell in London angesiedelt. Huxleys Werk 632 nach "Ford" (statt
"Lord"), das des G. Orwell im Jahr 1984 als Umkehrung der Zahl 1948.
Huxleys Buch endet mit dem Freitod durch Erhängen des in die "schöne
neue Welt" gebrachten "Wilden", der sich nicht anpassen kann, Orwells
Roman mit der Hinrichtung durch Erschießen des ehemaligen Parteimitglieds
Winston Smith, der die bestehende Weltordnung nie innerlich akzeptierte.
Auch Orwells Gesellschaft ist
sinnentleert und ohne tiefe Beziehungen mit zerrütteten Familien.
Angst prägt diese Gesellschaft, weil Verdächtigungen und Denunziationen
an der Tagesordnung sind. Da angeblich fortwährend Kriegszustand
herrscht, hat man stets einen Vorwand zur allgegenwärtigen Überwachung.
Die Masse der Menschheit in "1984" besteht aus den "Proles", Menschen
mit "hirnloser Begeisterung". Sie sind für die Herrschenden ungefährlich,
permanent per "telescreen" überwacht werden hingegen die Angehörigen
der "Outer Party", die Intelligenz. Für sie gilt in besonderem
Maße: Big Brother, der an der Spitze des Regimes
steht, is watching you. Oberstes Ziel ist es, jede Denkabweichung
("thoughtcrime") unmöglich zu machen.
Und
was haben wir etwa seit der Jahrtausendwende in den großen Städten
wie z. B. in London im Dienst der Sicherheit?- Massive Videoüberwachung
neuralgischer Punkte der Stadt zwecks schnellen Eingreifens durch die
Polizei; inzwischen (2002) auch in kleinen Städten üblich.
Die französische Regierung will bis zum Ende des Jahres 2005 alle
4000 Pariser Busse mit 18.000 Kameras ausrüsten.